vor mehreren jahren bereits hab ich - als einzigen neujahresvorsatz, den ich je gefasst habe! - begonnen, fleisch nur mehr in bioqualität zu mir zu nehmen. eier und milch sollten bald folgen. wenn man mal mit sowas anfängt …
bei obst und gemüse bevorzuge ich bio, bin aber flexibel. nur bei fleisch bin ich stur. auch in lokalen möchte ich nur biofleisch essen. deshalb esse ich auswärts meist vegetarisch …
in wien bestellten wir biofleisch, in guntramsdorf gab es einen bioladen (
broschek, wer in der gegend ist), denn wir heftig vermissen. da viele bioprodukte im waldviertel produziert werden, ahnten wir nicht, wie schwer es sein würde, hier biofleisch zu bekommen.
sehr bald besuchten wir den fleischer im ort. sahen uns um - keine vertrauten logos. also fragten wir forsch: haben sie auch biofleisch? - antwort:
na, vom bio hamma nix. wo denn das fleisch her komme? das rind von bauern aus der umgebung, das geflügel aus st. pölten.
ich kenne drei bauern in der umgebung, die ihre rinder ins freie lassen - alle drei verkaufen direkt. und hühner in der landeshauptstadt? das klang uns auch eher nach massentierhaltung. dieses thema hatte sich also erledigt.
nächster besuch - von broschek verwöhnt - ging nach krems in einen bioladen. ich fragte, ob es auch biofleisch gäbe - und bekam einen vortrag:
das nun kommende verbot der anbindehaltung für rinder - das sei der tod der kleinen bauern! ich blickte kurz um mich, ob ich denn tatsächlich in einem
bioladen sei - bedankte mich artig für die information und strich eine weitere einkaufsquelle von der liste. inzwischen hat der laden umgebaut und ausgebaut und führt auch biofleisch. allerdings zu preisen, die sich wirklich sehen lassen können. wien-niveau. also - wieder nix. denn inzwischen haben wir die (preiswerteren) quellen gefunden.
der bauernmarkt in imbach - ein weiterer versuch. obwohl in regionalzeitungen mehrmals mit dem vermerk bio versehen, fanden wir auch hier keine vertrauten bio-siegel. aber wir fanden einen stand mit wildfleisch vor und einen mit schafmilchprodukten. bei beiden kaufen wir nach wie vor, auch wenn sie den bauernmarkt in imbach längst verlassen haben. das brot begeisterte uns kurze zeit (erst bio, dann unser bäcker aus krems), jetzt nicht mehr. auch das angebot an obst und gemüse konnte uns nicht wirklich überzeugen. also kaufen wir fallweise noch bei einem schafbauern fleisch und würste aus eigenproduktion, honig von einem imker aus der gegend und ab und zu ein fläschchen obstbrand.
biorind, -geflügel und -fisch haben wir inzwischen gefunden. der rinderbauer möchte den hof aufgeben, kein nachfolger. geflügel und fisch bekommen wir hoffentlich noch lange.
einkaufen hat für uns hier aber rätselrally-charakter bekommen (zu den einzelnen bauern fahren und gucken, was es gerade gibt). fixe menüplanung ist so nicht immer möglich, dafür gibt es oft spontan besonders leckeres aber unerwartetes. und - ab und zu gibt es
jackpot! ein anruf mit der mitteilung, dass es gerade frischen hirsch/frische pute/… gibt. und wenn doppeljackpot ist, gibt es die lieferung frei haus.